Sebastian Herkner über Dedons Dauerqualität und den Garten als Wohnraum
Sebastian Herkner zählt aktuell zu den prägenden Gestaltern im Möbeldesign. Von seinem Studio in Offenbach aus entwirft er die unterschiedlichsten Möbel für internationale Hersteller – immer mit einem feinen Gespür für Material, Handwerk und den Menschen, der sie nutzen soll.
Sebastian Herkner zählt aktuell zu den prägenden Gestaltern im Möbeldesign. Von seinem Studio in Offenbach aus entwirft er die unterschiedlichsten Möbel für internationale Hersteller – immer mit einem feinen Gespür für Material, Handwerk und den Menschen, der sie nutzen soll.
Mit DEDON hat Sebastian Herkner Serien wie MBrace, MBarq und MDear geschaffen, Outdoor-Möbel, die langlebig, vielseitig und wirklich besonders sind. Sie verbinden technisches Können mit handwerklicher Qualität und zeigen, dass gutes Design draußen mindestens so viel kann wie drinnen.
Im Interview während des Münchner Stofffrühlings sprechen wir mit Sebastian Herkner über diese besondere Partnerschaft, über die Idee hinter MBrace und MDear, dass Rundes in Eckiges darf, warum Bäume nicht bunt blinken sollten. Und warum draußen der schönste Raum ist.
Dominik Sengfelder: Sie arbeiten seit über zehn Jahren mit DEDON zusammen. Wie kam diese Partnerschaft zustande - und was ist das Besondere daran, dass sie bis heute so gut funktioniert?
Sebastian Herkner: Wie so oft durch ein Gespräch auf einer Messe. Ein bisschen Smalltalk, ein gutes Gefühl füreinander und dann beginnt etwas. Genau deshalb sind physische Veranstaltungen so wichtig. Man begegnet sich dort wirklich, man erlebt, wie jemand denkt, wie er argumentiert, wie ernst er etwas meint. Man muss es spüren, denn für eine gute Zusammenarbeit muss man sich gegenseitig vertrauen, Design ist Dialog. Man entwickelt nicht einfach irgendein Produkt, sondern etwas, das über Jahre bestehen soll, gestalterisch, qualitativ und wirtschaftlich. Man muss gemeinsam eine Idee haben und auch den Willen, sie konsequent zu verfolgen. Bei DEDON war dieses Vertrauen von Anfang an da.
Mit DEDON hat Sebastian Herkner Serien wie MBrace, MBarq und MDear geschaffen, Outdoor-Möbel, die langlebig, vielseitig und wirklich besonders sind. Sie verbinden technisches Können mit handwerklicher Qualität und zeigen, dass gutes Design draußen mindestens so viel kann wie drinnen.
Im Interview während des Münchner Stofffrühlings sprechen wir mit Sebastian Herkner über diese besondere Partnerschaft, über die Idee hinter MBrace und MDear, dass Rundes in Eckiges darf, warum Bäume nicht bunt blinken sollten. Und warum draußen der schönste Raum ist.
Dominik Sengfelder: Sie arbeiten seit über zehn Jahren mit DEDON zusammen. Wie kam diese Partnerschaft zustande - und was ist das Besondere daran, dass sie bis heute so gut funktioniert?
Sebastian Herkner: Wie so oft durch ein Gespräch auf einer Messe. Ein bisschen Smalltalk, ein gutes Gefühl füreinander und dann beginnt etwas. Genau deshalb sind physische Veranstaltungen so wichtig. Man begegnet sich dort wirklich, man erlebt, wie jemand denkt, wie er argumentiert, wie ernst er etwas meint. Man muss es spüren, denn für eine gute Zusammenarbeit muss man sich gegenseitig vertrauen, Design ist Dialog. Man entwickelt nicht einfach irgendein Produkt, sondern etwas, das über Jahre bestehen soll, gestalterisch, qualitativ und wirtschaftlich. Man muss gemeinsam eine Idee haben und auch den Willen, sie konsequent zu verfolgen. Bei DEDON war dieses Vertrauen von Anfang an da.
Dominik Sengfelder: Vertrauen in die Menschen, mit denen man arbeitet und aber auch in die Marke, und dafür wofür sie steht. Bei DEDON steht für bekanntermaßen für die Verbindung aus Flechttradition, innovativen Materialien und hohem Qualitätsanspruch. Wie tief steigen Sie als Designer in diese Prozesse ein?
Sebastian Herkner: Sehr tief. Das war mir von Anfang an wichtig. Wenn man mit einem Hersteller wie DEDON arbeitet, gestaltet man nicht nur eine Form, sondern immer auch das Material, die Technik und die Art, wie etwas hergestellt wird. Ich wollte bei der Zusammenarbeit unbedingt sehen, wie vor Ort gearbeitet wird, wie die Produktionsbedingungen sind und wie dieses Handwerk tatsächlich gelebt wird. Bei meinem MBrace Sessel kam öfter schon die Frage auf: „Das ist doch von einem Roboter gemacht.“ Aber genau das Gegenteil ist der Fall. An einer einzigen Schale sitzt ein ausgebildeter Flechter zwei Tage lang. Da werden mehrere hundert Meter Faser verarbeitet, mit Erfahrung, Leidenschaft und echter Präzision.
Dominik Sengfelder: Die Produktion auf den Philippinen spielt eine zentrale Rolle. War das für Sie ein sensibles Thema?
Sebastian Herkner: Ja, selbstverständlich. Es geht nicht nur darum, wo produziert wird, sondern unter welchen Bedingungen. DEDON hat dort schon vor rund 25 Jahren ein eigenes Werk aufgebaut. Mir war wichtig zu sehen, dass dort nicht einfach nur effizient gefertigt wird, sondern verantwortungsvoll. Ich war vor Ort und konnte sehen, dass die Arbeitsstandards hoch sind: Arbeitsbedingungen wie Sicherheit oder Klimatisierung, Busse, die Arbeiter und Arbeiterinnen abholen, und vieles mehr. Es gibt viele Hersteller, die produzieren im Asien, um günstig zu produzieren. Bei DEDON ist es ein ganz anderer, eben menschlicher sozialer Aspekt. Hier geht es nicht nur um Kalkulation, sondern auch um Verantwortung.
Dominik Sengfelder: Vertrauen in die Menschen, mit denen man arbeitet und aber auch in die Marke, und dafür wofür sie steht. Bei DEDON steht für bekanntermaßen für die Verbindung aus Flechttradition, innovativen Materialien und hohem Qualitätsanspruch. Wie tief steigen Sie als Designer in diese Prozesse ein?
Sebastian Herkner: Sehr tief. Das war mir von Anfang an wichtig. Wenn man mit einem Hersteller wie DEDON arbeitet, gestaltet man nicht nur eine Form, sondern immer auch das Material, die Technik und die Art, wie etwas hergestellt wird. Ich wollte bei der Zusammenarbeit unbedingt sehen, wie vor Ort gearbeitet wird, wie die Produktionsbedingungen sind und wie dieses Handwerk tatsächlich gelebt wird. Bei meinem MBrace Sessel kam öfter schon die Frage auf: „Das ist doch von einem Roboter gemacht.“ Aber genau das Gegenteil ist der Fall. An einer einzigen Schale sitzt ein ausgebildeter Flechter zwei Tage lang. Da werden mehrere hundert Meter Faser verarbeitet, mit Erfahrung, Leidenschaft und echter Präzision.
Dominik Sengfelder: Die Produktion auf den Philippinen spielt eine zentrale Rolle. War das für Sie ein sensibles Thema?
Sebastian Herkner: Ja, selbstverständlich. Es geht nicht nur darum, wo produziert wird, sondern unter welchen Bedingungen. DEDON hat dort schon vor rund 25 Jahren ein eigenes Werk aufgebaut. Mir war wichtig zu sehen, dass dort nicht einfach nur effizient gefertigt wird, sondern verantwortungsvoll. Ich war vor Ort und konnte sehen, dass die Arbeitsstandards hoch sind: Arbeitsbedingungen wie Sicherheit oder Klimatisierung, Busse, die Arbeiter und Arbeiterinnen abholen, und vieles mehr. Es gibt viele Hersteller, die produzieren im Asien, um günstig zu produzieren. Bei DEDON ist es ein ganz anderer, eben menschlicher sozialer Aspekt. Hier geht es nicht nur um Kalkulation, sondern auch um Verantwortung.
Dominik Sengfelder: Sie haben mit MBrace, MBarq und nun MDear sehr unterschiedliche Serien für DEDON entworfen. Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an diesen Entwürfen?
Sebastian Herkner: Jede Serie hatte ihren eigenen Ansatz. MBrace war damals die Antwort auf die Frage: Wie bringt man den Komfort von DEDON auch in kleinere Außenbereiche? Nicht jeder lebt auf einem großen Anwesen mit weitläufiger Terrasse. Viele Menschen wohnen in der Stadt, haben einen Balkon mit vier, sechs Quadratmetern und möchten dort trotzdem dieselbe Qualität erleben. MDear wiederum verfolgt einen anderen Gedanken. Ich wollte etwas Organischeres schaffen. Vieles im Outdoor-Bereich ist sehr rechteckig, sehr architektonisch, sehr streng. Aber ein Garten und die Natur sind ja alles andere als geplant und geometrisch. MDear funktioniert deshalb eher wie eine kleine Insel, wie ein Kieselstein, wie ein Atoll. Man kann die Elemente einzeln nutzen oder miteinander kombinieren. Es entsteht eine Sofalandschaft, aber eben keine starre.
Dominik Sengfelder: Sie haben mit MBrace, MBarq und nun MDear sehr unterschiedliche Serien für DEDON entworfen. Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an diesen Entwürfen?
Sebastian Herkner: Jede Serie hatte ihren eigenen Ansatz. MBrace war damals die Antwort auf die Frage: Wie bringt man den Komfort von DEDON auch in kleinere Außenbereiche? Nicht jeder lebt auf einem großen Anwesen mit weitläufiger Terrasse. Viele Menschen wohnen in der Stadt, haben einen Balkon mit vier, sechs Quadratmetern und möchten dort trotzdem dieselbe Qualität erleben. MDear wiederum verfolgt einen anderen Gedanken. Ich wollte etwas Organischeres schaffen. Vieles im Outdoor-Bereich ist sehr rechteckig, sehr architektonisch, sehr streng. Aber ein Garten und die Natur sind ja alles andere als geplant und geometrisch. MDear funktioniert deshalb eher wie eine kleine Insel, wie ein Kieselstein, wie ein Atoll. Man kann die Elemente einzeln nutzen oder miteinander kombinieren. Es entsteht eine Sofalandschaft, aber eben keine starre.
Dominik Sengfelder: Das Schöne an MDear ist ja seine Vielseitigkeit. Es wirkt mal wie ein großzügiger Sessel, mal wie ein Daybed, mal fast wie ein kleines Sofa. Drei Sachen in Einem…
Sebastian Herkner: Ja, genau das war der Gedanke. Man kann es allein nutzen, zu zweit, in Kombination, auf kleinem Raum oder in größerer Gruppe. Und das ist auch langfristig interessant: Vielleicht beginnt man mit einem Element auf dem Balkon und zieht später in ein Haus mit Terrasse. Dann ergänzt man einfach ein weiteres. Das System wächst mit, das ist auch deswegen möglich, weil, selbst wenn man Jahre später ein neues Element dazustellt, der Farbton immer noch passt. Kein Unterschied, ob schon älter, immer draußen gewesen und nagelneu. Da ist nichts ausgeblichen, nichts verschossen.
Dominik Sengfelder: Eine der häufigsten Fragen unserer Kunden ist genau diese: Bleichen die Farben im Außenbereich aus?
Sebastian Herkner: Die einfache Antwort lautet: nein. Die Stoffe werden intensiv getestet, im eigenen Labor und zusätzlich unter realen Bedingungen, etwa über Monate in starker Sonneneinstrahlung auf den Philippinen. DEDON hat hier einen hohen Selbstanspruch, andere Hersteller hören früher auf, DEDON testet länger. Das ist einer der Gründe, warum Entwicklung Zeit braucht. Aber genau diese Geduld zahlt sich eben aus.
Dominik Sengfelder: Das Schöne an MDear ist ja seine Vielseitigkeit. Es wirkt mal wie ein großzügiger Sessel, mal wie ein Daybed, mal fast wie ein kleines Sofa. Drei Sachen in Einem…
Sebastian Herkner: Ja, genau das war der Gedanke. Man kann es allein nutzen, zu zweit, in Kombination, auf kleinem Raum oder in größerer Gruppe. Und das ist auch langfristig interessant: Vielleicht beginnt man mit einem Element auf dem Balkon und zieht später in ein Haus mit Terrasse. Dann ergänzt man einfach ein weiteres. Das System wächst mit, das ist auch deswegen möglich, weil, selbst wenn man Jahre später ein neues Element dazustellt, der Farbton immer noch passt. Kein Unterschied, ob schon älter, immer draußen gewesen und nagelneu. Da ist nichts ausgeblichen, nichts verschossen.
Dominik Sengfelder: Eine der häufigsten Fragen unserer Kunden ist genau diese: Bleichen die Farben im Außenbereich aus?
Sebastian Herkner: Die einfache Antwort lautet: nein. Die Stoffe werden intensiv getestet, im eigenen Labor und zusätzlich unter realen Bedingungen, etwa über Monate in starker Sonneneinstrahlung auf den Philippinen. DEDON hat hier einen hohen Selbstanspruch, andere Hersteller hören früher auf, DEDON testet länger. Das ist einer der Gründe, warum Entwicklung Zeit braucht. Aber genau diese Geduld zahlt sich eben aus.
Draußen ist mehr als Freiraum. Draußen ist Lebensqualität.
Dominik Sengfelder: Die Produkte selbst sind ohnehin auf Langlebigkeit ausgelegt. Nicht nur die Farbechtheit der Stoffe, sondern auch die Basis.
Sebastian Herkner: Absolut. Ich kenne DEDON-Möbel, die seit über 30 Jahren draußen stehen und noch immer erstaunlich gut aussehen. Das ist echte Qualität. Mich hat die DEDON-Faser überzeugt. Ursprünglich wollte ich aus Prinzip keinen Kunststoffstuhl gestalten, weil ich andere Materialien schlicht überzeugender finde. Aber diese DEDON-Faser ist für den Außenbereich tatsächlich außergewöhnlich. Sie ist robust, langlebig und ästhetisch sehr eigenständig. Ein echtes Qualitätsmaterial.
Dominik Sengfelder: Sie sagen: „Outdoor is the new indoor.“ Was meinen Sie damit?
Sebastian Herkner: Dass Draußen längst ein vollwertiger Lebensraum geworden ist. Früher hatte ich keinen Balkon, keinen Garten, nichts. Dann kam eine Dachterrasse und plötzlich verlagerte sich das Leben nach draußen. Später wurde daraus ein Garten. Heute ist das für mich ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt, den Kopf frei bekommt, das Familienleben genießt. Draußen ist nicht bloß Freiraum, draußen ist Lebensqualität. Und wenn ein Raum Bedeutung bekommt, dann braucht er auch Gestaltung, gute Gestaltung. Und bitte ohne beleuchteten Baum in LED-Farbwechsel-Optik. Man muss nicht alles machen, nur weil es technisch möglich ist.
Dominik Sengfelder: Wir sagen immer „Der schönste Raum ist draußen“ – und hoffen auch auf blinkfreie Bäume…
Dominik Sengfelder: Die Produkte selbst sind ohnehin auf Langlebigkeit ausgelegt. Nicht nur die Farbechtheit der Stoffe, sondern auch die Basis.
Sebastian Herkner: Absolut. Ich kenne DEDON-Möbel, die seit über 30 Jahren draußen stehen und noch immer erstaunlich gut aussehen. Das ist echte Qualität. Mich hat die DEDON-Faser überzeugt. Ursprünglich wollte ich aus Prinzip keinen Kunststoffstuhl gestalten, weil ich andere Materialien schlicht überzeugender finde. Aber diese DEDON-Faser ist für den Außenbereich tatsächlich außergewöhnlich. Sie ist robust, langlebig und ästhetisch sehr eigenständig. Ein echtes Qualitätsmaterial.
Dominik Sengfelder: Sie sagen: „Outdoor is the new indoor.“ Was meinen Sie damit?
Sebastian Herkner: Dass Draußen längst ein vollwertiger Lebensraum geworden ist. Früher hatte ich keinen Balkon, keinen Garten, nichts. Dann kam eine Dachterrasse und plötzlich verlagerte sich das Leben nach draußen. Später wurde daraus ein Garten. Heute ist das für mich ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt, den Kopf frei bekommt, das Familienleben genießt. Draußen ist nicht bloß Freiraum, draußen ist Lebensqualität. Und wenn ein Raum Bedeutung bekommt, dann braucht er auch Gestaltung, gute Gestaltung. Und bitte ohne beleuchteten Baum in LED-Farbwechsel-Optik. Man muss nicht alles machen, nur weil es technisch möglich ist.
Dominik Sengfelder: Wir sagen immer „Der schönste Raum ist draußen“ – und hoffen auch auf blinkfreie Bäume…
Wer mehr über Sebastian Herkner erfahren möchte, findet in unserem ausführlichen Interview weitere Einblicke in seine Sicht auf Design, Material und gutes Wohnen. Und wenn Sie nicht nur über DEDON lesen wollen, sondern auch mal auf DEDON sitzen wollen, dann können Sie bei uns in der Ausstellung die gesamte Kollektion erleben.
Wer mehr über Sebastian Herkner erfahren möchte, findet in unserem ausführlichen Interview weitere Einblicke in seine Sicht auf Design, Material und gutes Wohnen. Und wenn Sie nicht nur über DEDON lesen wollen, sondern auch mal auf DEDON sitzen wollen, dann können Sie bei uns in der Ausstellung die gesamte Kollektion erleben.