19.05.2026 / Auf der Couch mit... Möbel mit Menschlichkeit

Das Designerduo Jehs + Laub spricht über gute Ideen für gutes Sitzen

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Jürgen Laub, Markus Jehs und Dominik Sengfelder im Sengfelder Studio
Jürgen Laub, Markus Jehs und Dominik Sengfelder im Sengfelder Studio

Das Designerduo Jehs + Laub gehört zu den bekanntesten Möbelgestaltern Deutschlands. Seit der Gründung ihres Studios in Stuttgart entwerfen Markus Jehs und Jürgen Laub Möbel für renommierte Hersteller wie COR, Fritz Hansen, Cassina, Knoll oder Mobimex, darunter zahlreiche Entwürfe, die heute längst als moderne Klassiker gelten.

Das Designerduo Jehs + Laub gehört zu den bekanntesten Möbelgestaltern Deutschlands. Seit der Gründung ihres Studios in Stuttgart entwerfen Markus Jehs und Jürgen Laub Möbel für renommierte Hersteller wie COR, Fritz Hansen, Cassina, Knoll oder Mobimex, darunter zahlreiche Entwürfe, die heute längst als moderne Klassiker gelten.

Jehs + Laub verbinden gestalterische Klarheit mit außergewöhnlichem Komfort und einer bemerkenswert ruhigen Selbstverständlichkeit. Statt kurzfristigen Trends folgen Jehs + Laub einer klaren Idee: Möbel sollen langlebig sein, funktional überzeugen und sich vor allem dem Menschen anpassen – nicht umgekehrt.

Markus Jehs und Jürgen Laub waren bei uns im Sengfelder Studio zu Gast und sprachen mit Dominik Sengfelder über gutes Design, über ehe-ähnliche Partnerschaften in der Möbelindustrie, und wie überraschend einfach große Idee beginnen können.

Dominik Sengfelder: Sie arbeiten mit sehr unterschiedlichen Herstellern zusammen – COR, Fritz Hansen, Cassina, Mobimex und viele weitere. Bei Ihren Entwürfen hat man das Gefühl, dass nicht nur Ihr Stil sichtbar wird, sondern immer auch der Charakter der jeweiligen Marke. Wie wichtig ist Ihnen dieses Gleichgewicht?

Jürgen Laub: Sehr. Uns hat einmal ganz am Anfang unserer Karriere jemand bei Cassina gesagt: „Macht euch besser keine Gedanken darüber, was euer Stil ist.“ Das fanden wir damals interessant. Gerade von den Italienern haben wir gelernt, dass gutes Design immer aus zwei Teilen besteht: aus der Handschrift der Marke und aus der des Designers. Im Idealfall bringt jeder fünfzig Prozent ein. Man sollte am Ende sehen: Das ist ein Produkt für COR oder Fritz Hansen, aber eben auch von Jehs und Laub. Genau dieses Gleichgewicht suchen wir immer.

Jehs + Laub verbinden gestalterische Klarheit mit außergewöhnlichem Komfort und einer bemerkenswert ruhigen Selbstverständlichkeit. Statt kurzfristigen Trends folgen Jehs + Laub einer klaren Idee: Möbel sollen langlebig sein, funktional überzeugen und sich vor allem dem Menschen anpassen – nicht umgekehrt.

Markus Jehs und Jürgen Laub waren bei uns im Sengfelder Studio zu Gast und sprachen mit Dominik Sengfelder über gutes Design, über ehe-ähnliche Partnerschaften in der Möbelindustrie, und wie überraschend einfach große Idee beginnen können.

Dominik Sengfelder: Sie arbeiten mit sehr unterschiedlichen Herstellern zusammen – COR, Fritz Hansen, Cassina, Mobimex und viele weitere. Bei Ihren Entwürfen hat man das Gefühl, dass nicht nur Ihr Stil sichtbar wird, sondern immer auch der Charakter der jeweiligen Marke. Wie wichtig ist Ihnen dieses Gleichgewicht?

Jürgen Laub: Sehr. Uns hat einmal ganz am Anfang unserer Karriere jemand bei Cassina gesagt: „Macht euch besser keine Gedanken darüber, was euer Stil ist.“ Das fanden wir damals interessant. Gerade von den Italienern haben wir gelernt, dass gutes Design immer aus zwei Teilen besteht: aus der Handschrift der Marke und aus der des Designers. Im Idealfall bringt jeder fünfzig Prozent ein. Man sollte am Ende sehen: Das ist ein Produkt für COR oder Fritz Hansen, aber eben auch von Jehs und Laub. Genau dieses Gleichgewicht suchen wir immer.

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Mobimex - Bocca Drehstuhl

Studio by Mobimex Tisch Bridge

Mobimex - Bridge

Cor Loungesessel Cordia Lounge

COR - Cordia Lounge

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Mobimex - Bridge rund

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COR - Jalis Drehstuhl

COR Sofa Jalis Stoff 8141 mit Nahtband schwarz

COR - Jalis Sofa

Dominik Sengfelder: Viele Designer arbeiten sehr formal und schaffen dadurch einen sofort erkennbaren Stil. Sie scheinen anders vorzugehen.

Markus Jehs: Wir arbeiten tatsächlich gar nicht formal. Uns interessiert zuerst die Konstruktion, die Funktion und die Logik eines Produkts. Wie sitzt jemand darin? Wie funktioniert das Gestell? Welche Proportion braucht eine Schale oder ein Tischfuß? Wenn man rein formal arbeitet, kann man natürlich eine bestimmte Formensprache über alles drüberlegen. Aber das wäre nicht unsere Art zu arbeiten.

Jürgen Laub: Man erkennt unsere Möbel oft wieder, einfach weil wir immer dieselbe Herangehensweise haben. Aber wir wollen das nie in den Vordergrund stellen. Das Produkt soll glaubwürdig wirken und zur Marke passen und nicht nach Eitelkeit aussehen.

Dominik Sengfelder: Der Hersteller muss dann vermutlich auch menschlich zu Ihnen passen?

Jürgen Laub: Ja, vollkommen. Das ist wie in einer Ehe. Die Chemie muss stimmen. Wenn man merkt, dass ein Hersteller nur Trends hinterherläuft oder sagt: „Die Konkurrenz hat dieses Produkt, das brauchen wir jetzt auch“, dann funktioniert das mit uns meistens nicht. Gute Produkte entstehen aus Vertrauen und aus langfristigen Beziehungen.

Dominik Sengfelder: Viele Designer arbeiten sehr formal und schaffen dadurch einen sofort erkennbaren Stil. Sie scheinen anders vorzugehen.

Markus Jehs: Wir arbeiten tatsächlich gar nicht formal. Uns interessiert zuerst die Konstruktion, die Funktion und die Logik eines Produkts. Wie sitzt jemand darin? Wie funktioniert das Gestell? Welche Proportion braucht eine Schale oder ein Tischfuß? Wenn man rein formal arbeitet, kann man natürlich eine bestimmte Formensprache über alles drüberlegen. Aber das wäre nicht unsere Art zu arbeiten.

Jürgen Laub: Man erkennt unsere Möbel oft wieder, einfach weil wir immer dieselbe Herangehensweise haben. Aber wir wollen das nie in den Vordergrund stellen. Das Produkt soll glaubwürdig wirken und zur Marke passen und nicht nach Eitelkeit aussehen.

Dominik Sengfelder: Der Hersteller muss dann vermutlich auch menschlich zu Ihnen passen?

Jürgen Laub: Ja, vollkommen. Das ist wie in einer Ehe. Die Chemie muss stimmen. Wenn man merkt, dass ein Hersteller nur Trends hinterherläuft oder sagt: „Die Konkurrenz hat dieses Produkt, das brauchen wir jetzt auch“, dann funktioniert das mit uns meistens nicht. Gute Produkte entstehen aus Vertrauen und aus langfristigen Beziehungen.

Jürgen Laub und Markus Jehs am Bridge Esstisch mit Dominik Sengfelder
Jürgen Laub und Markus Jehs am Bridge Esstisch mit Dominik Sengfelder

Markus Jehs: Viele Projekte entwickeln sich über Jahre. Man kennt sich gut, spricht offen miteinander und denkt gemeinsam weiter. Oft bringen wir zu einem Termin nicht nur das mit, worum gebeten wurde, sondern noch zwei oder drei zusätzliche Ideen. Das mögen unsere Auftraggeber natürlich, weil dadurch plötzlich neue Möglichkeiten entstehen.

Dominik Sengfelder: Also entdecken Sie manchmal sogar Dinge, nach denen der Hersteller ursprünglich gar nicht gesucht hat?

Markus Jehs: Genau. Manchmal erkennt man als Außenstehender eine Lücke deutlicher. Dann entsteht plötzlich ein Produkt, von dem alle merken: Genau das hat noch gefehlt.

Dominik Sengfelder: Sehr spannend finde ich Ihren „Bridge“-Tisch für Mobimex, an dem wir hier sitzen. Was ist die Idee dahinter?

Jürgen Laub: Ausgangspunkt war die Frage: Was ist ein Tisch eigentlich? Für uns ist ein Tisch etwas sehr Stabiles, fast etwas Architektonisches. Die Stühle bewegen sich, der Tisch bleibt. Daraus entstand irgendwann die Idee einer Brücke – also etwas Tragendes, Ruhendes, Massives. Deshalb kamen dann auch Materialien wie Stahl, Beton und Massivholz ins Spiel.

Dominik Sengfelder: Der Tisch wirkt fast skulptural.

Markus Jehs: Viele Projekte entwickeln sich über Jahre. Man kennt sich gut, spricht offen miteinander und denkt gemeinsam weiter. Oft bringen wir zu einem Termin nicht nur das mit, worum gebeten wurde, sondern noch zwei oder drei zusätzliche Ideen. Das mögen unsere Auftraggeber natürlich, weil dadurch plötzlich neue Möglichkeiten entstehen.

Dominik Sengfelder: Also entdecken Sie manchmal sogar Dinge, nach denen der Hersteller ursprünglich gar nicht gesucht hat?

Markus Jehs: Genau. Manchmal erkennt man als Außenstehender eine Lücke deutlicher. Dann entsteht plötzlich ein Produkt, von dem alle merken: Genau das hat noch gefehlt.

Dominik Sengfelder: Sehr spannend finde ich Ihren „Bridge“-Tisch für Mobimex, an dem wir hier sitzen. Was ist die Idee dahinter?

Jürgen Laub: Ausgangspunkt war die Frage: Was ist ein Tisch eigentlich? Für uns ist ein Tisch etwas sehr Stabiles, fast etwas Architektonisches. Die Stühle bewegen sich, der Tisch bleibt. Daraus entstand irgendwann die Idee einer Brücke – also etwas Tragendes, Ruhendes, Massives. Deshalb kamen dann auch Materialien wie Stahl, Beton und Massivholz ins Spiel.

Dominik Sengfelder: Der Tisch wirkt fast skulptural.

Esstisch Bridge

Esstisch Bridge

Jürgen Laub: Genau das war die Herausforderung. Unterschiedliche Materialien und Technologien so zusammenzubringen, dass daraus ein stimmiges Ganzes entsteht. Nicht nur konstruktiv, sondern auch emotional.

Dominik Sengfelder: Das heißt, die Gestaltung entwickelt sich bei Ihnen aus einer zentralen Idee heraus?

Jürgen Laub: Immer. Wenn die Idee stark genug ist, ergibt sich die Gestaltung fast von selbst. Dann muss man eigentlich nur noch darauf achten, dass dieser rote Faden nicht verloren geht.

Dominik Sengfelder: Das klingt fast simpel.

Jürgen Laub: Oft sind die besten Ideen simpel. Beim Sofa „Jalis“ für COR war die Ausgangsidee beispielsweise einfach ein gefaltetes Kissen. Daraus entstand dann das gesamte Sofa.

DS: Trotzdem wirken Ihre Produkte nie simpel im negativen Sinn.

Markus Jehs: Weil wir unglaublich viele Varianten ausprobieren. Beim „Bridge“-Tisch haben wir unzählige Formen getestet: eckig, rund, elliptisch, unterschiedliche Fußlösungen, sichtbare oder zurückhaltende Konstruktionen. Diese letzten Prozent kosten enorm viel Zeit. Daher geht die nicht jeder.

Jürgen Laub: Genau das war die Herausforderung. Unterschiedliche Materialien und Technologien so zusammenzubringen, dass daraus ein stimmiges Ganzes entsteht. Nicht nur konstruktiv, sondern auch emotional.

Dominik Sengfelder: Das heißt, die Gestaltung entwickelt sich bei Ihnen aus einer zentralen Idee heraus?

Jürgen Laub: Immer. Wenn die Idee stark genug ist, ergibt sich die Gestaltung fast von selbst. Dann muss man eigentlich nur noch darauf achten, dass dieser rote Faden nicht verloren geht.

Dominik Sengfelder: Das klingt fast simpel.

Jürgen Laub: Oft sind die besten Ideen simpel. Beim Sofa „Jalis“ für COR war die Ausgangsidee beispielsweise einfach ein gefaltetes Kissen. Daraus entstand dann das gesamte Sofa.

DS: Trotzdem wirken Ihre Produkte nie simpel im negativen Sinn.

Markus Jehs: Weil wir unglaublich viele Varianten ausprobieren. Beim „Bridge“-Tisch haben wir unzählige Formen getestet: eckig, rund, elliptisch, unterschiedliche Fußlösungen, sichtbare oder zurückhaltende Konstruktionen. Diese letzten Prozent kosten enorm viel Zeit. Daher geht die nicht jeder.

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Jürgen Laub

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Markus Jehs

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Jürgen Laub

Sengfelder 05.22.05-Markus-Jehs-Interview-Sengfelder.webp

Markus Jehs

Jürgen Laub: Aber genau dort entsteht Qualität. Die letzten zwei Prozent brauchen oft genauso viel Aufwand wie die ersten achtundneunzig.

Dominik Sengfelder: Apropos Qualität: Ihre Möbel gelten als außergewöhnlich komfortabel. Das scheint Ihnen wichtig zu sein.

Markus Jehs: Natürlich. Ein Stuhl muss bequem sein, das ist seine Grundfunktion. Es gibt viele schöne Stühle, aber nur sehr wenige schöne und gleichzeitig wirklich bequeme Stühle.

Jürgen Laub: Uns wundert oft, warum manche Produkte fantastisch aussehen und dann unbequem sind. Man denkt sich manchmal: Warum hat man nicht noch zwei Prototypen mehr gebaut? Es wäre oft gar nicht so schwierig gewesen.

Jürgen Laub: Aber genau dort entsteht Qualität. Die letzten zwei Prozent brauchen oft genauso viel Aufwand wie die ersten achtundneunzig.

Dominik Sengfelder: Apropos Qualität: Ihre Möbel gelten als außergewöhnlich komfortabel. Das scheint Ihnen wichtig zu sein.

Markus Jehs: Natürlich. Ein Stuhl muss bequem sein, das ist seine Grundfunktion. Es gibt viele schöne Stühle, aber nur sehr wenige schöne und gleichzeitig wirklich bequeme Stühle.

Jürgen Laub: Uns wundert oft, warum manche Produkte fantastisch aussehen und dann unbequem sind. Man denkt sich manchmal: Warum hat man nicht noch zwei Prototypen mehr gebaut? Es wäre oft gar nicht so schwierig gewesen.

Markus JehsMarkus Jehs

Ein eckiger Tisch passt in einen eckigen Raum, da er sich der Architektur unterordnet. Aber ein Möbel muss sich den Menschen unterordnen.

Dominik Sengfelder: Der „Cordia Lounge Chair“ von COR ist für mich genauso ein Beispiel: optisch markant und gleichzeitig extrem bequem.

Markus Jehs: Wir warnen die Leute immer davor, sich hineinzusetzen, weil es teuer werden. Man sieht richtig, wie die Gesichter sich entspannen.

Dominik Sengfelder: Bei Sesseln oder Tischen merken wir öfter, dass einige Produkte zwar fantastisch aussehen, im Alltag aber oft nicht wirklich funktionieren. Wie wichtig ist Ihnen dieses Zusammenspiel aus Gestaltung und menschlichem Verhalten?

Markus Jehs: Das ist essenziell – darauf kommt es schließlich an. Ein eckiger Tisch passt in einen eckigen Raum, da er sich der Architektur unterordnet. Aber ein Möbel muss sich den Menschen unterordnen. Sobald Menschen zusammensitzen, selbst an einem eckigen Tisch, merkt man oft, dass sie sich automatisch in elliptischen Formen zueinander bewegen.

Jürgen Laub: Deshalb funktionieren runde oder elliptische Tische kommunikativ oft besser. Diese Form hier, der Bridge Tisch ist ideal. Wir nennen diese Form "Squirkel", eine Mischung aus Circle und Square. Im Objektbereich weiß man das schon lange, daher kommen diese Bootsformen bei Konferenztischen. Jeder soll jeden sehen können.

Dominik Sengfelder: Also beobachten Sie stark menschliches Verhalten?

Markus Jehs: Absolut. Gestaltung hat viel mit Beobachtung zu tun. Menschen zeigen einem oft automatisch, was richtig funktioniert.

Dominik Sengfelder: Der „Cordia Lounge Chair“ von COR ist für mich genauso ein Beispiel: optisch markant und gleichzeitig extrem bequem.

Markus Jehs: Wir warnen die Leute immer davor, sich hineinzusetzen, weil es teuer werden. Man sieht richtig, wie die Gesichter sich entspannen.

Dominik Sengfelder: Bei Sesseln oder Tischen merken wir öfter, dass einige Produkte zwar fantastisch aussehen, im Alltag aber oft nicht wirklich funktionieren. Wie wichtig ist Ihnen dieses Zusammenspiel aus Gestaltung und menschlichem Verhalten?

Markus Jehs: Das ist essenziell – darauf kommt es schließlich an. Ein eckiger Tisch passt in einen eckigen Raum, da er sich der Architektur unterordnet. Aber ein Möbel muss sich den Menschen unterordnen. Sobald Menschen zusammensitzen, selbst an einem eckigen Tisch, merkt man oft, dass sie sich automatisch in elliptischen Formen zueinander bewegen.

Jürgen Laub: Deshalb funktionieren runde oder elliptische Tische kommunikativ oft besser. Diese Form hier, der Bridge Tisch ist ideal. Wir nennen diese Form "Squirkel", eine Mischung aus Circle und Square. Im Objektbereich weiß man das schon lange, daher kommen diese Bootsformen bei Konferenztischen. Jeder soll jeden sehen können.

Dominik Sengfelder: Also beobachten Sie stark menschliches Verhalten?

Markus Jehs: Absolut. Gestaltung hat viel mit Beobachtung zu tun. Menschen zeigen einem oft automatisch, was richtig funktioniert.

Dominik Sengfelder, Jürgen Laub und Markus Jehs im Sengfelder Studio München am Bridge Tisch
Dominik Sengfelder, Jürgen Laub und Markus Jehs im Sengfelder Studio München am Bridge Tisch

Dominik Sengfelder: Welche Rolle spielt dabei künftig künstliche Intelligenz?

Jürgen Laub: KI ist interessant, aber sie schaut zunächst einmal in die Vergangenheit. Sie analysiert bestehende Bilder und kombiniert sie neu. Designer machen auch nichts völlig losgelöst von Erfahrungen oder Erinnerungen. Aber es fehlt der KI oft noch das intuitive Verständnis für Menschen, Verhalten oder Atmosphäre.

Markus Jehs: Die KI kann Vorschläge machen. Entscheiden, was richtig oder falsch ist, muss aber immer noch der Mensch. Für uns ist es aktuell oft sogar schneller, Dinge selbst auszuprobieren, als sie einer KI zu erklären.

DS: Beschäftigt Sie das Thema Trends?

Jürgen Laub: Eher kritisch. Wir versuchen, Produkte zu entwerfen, die möglichst lange relevant bleiben. Materialien wie Holz, Stahl oder Beton sind viel zu wertvoll für kurzfristige Moden.

DS: Das merkt man Ihren Entwürfen an. Sie altern kaum.

Markus Jehs: Das hoffen wir zumindest. Wenn ein Produkt nach fünf Jahren niemand mehr sehen kann, dann ist das die eigentliche Verschwendung.

Dominik Sengfelder: Welche Rolle spielt dabei künftig künstliche Intelligenz?

Jürgen Laub: KI ist interessant, aber sie schaut zunächst einmal in die Vergangenheit. Sie analysiert bestehende Bilder und kombiniert sie neu. Designer machen auch nichts völlig losgelöst von Erfahrungen oder Erinnerungen. Aber es fehlt der KI oft noch das intuitive Verständnis für Menschen, Verhalten oder Atmosphäre.

Markus Jehs: Die KI kann Vorschläge machen. Entscheiden, was richtig oder falsch ist, muss aber immer noch der Mensch. Für uns ist es aktuell oft sogar schneller, Dinge selbst auszuprobieren, als sie einer KI zu erklären.

DS: Beschäftigt Sie das Thema Trends?

Jürgen Laub: Eher kritisch. Wir versuchen, Produkte zu entwerfen, die möglichst lange relevant bleiben. Materialien wie Holz, Stahl oder Beton sind viel zu wertvoll für kurzfristige Moden.

DS: Das merkt man Ihren Entwürfen an. Sie altern kaum.

Markus Jehs: Das hoffen wir zumindest. Wenn ein Produkt nach fünf Jahren niemand mehr sehen kann, dann ist das die eigentliche Verschwendung.

Jürgen LaubJürgen Laub

Unser Anspruch ist ja immer, dass wenn wir ein Produkt entwerfen, wir das Beste machen.

DS: Gibt es noch ein Produkt, das Sie unbedingt entwerfen möchten

Jürgen Laub: Ehrlich gesagt ist immer das Produkt, an dem wir gerade arbeiten, unser Lieblingsprodukt. Ich bin gelernter Zimmermann und Schreiner und wir hatten nie ein Holzstuhl entworfen. Und jetzt kommt zur NeoCon in Chicago unser erster Massivholzstuhl raus. Dafür hatten wir zahlreiche Versuche benötigt. Unser Anspruch ist immer, dass wenn wir ein Produkt entwerfen, wir das Beste machen.

Dieses Gespräch mit Jehs + Laub zeigt, dass es bei gutem Design auf Beobachtung und menschliches Verhalten ankommt. Nur so entstehen langlebige Möbel, die sich nicht Trends oder Zimmer-Architektur unterordnen, sondern sich an die Menschen anpassen, die mit ihnen leben.

Im zweiten Teil unseres Interviews sprechen Markus Jehs und Jürgen Laub über ihre Zusammenarbeit mit COR, über die Entwicklung von Entwürfen wie Jalis, Cordia Lounge oder Kagu und darüber, warum man Möbel wertschätzen können muss, um Design zu verstehen.

Genau das macht gute Berater aus: das Design zu verstehen, die Ideen der Designer zu übermitteln, Ihnen auch mehr als nur ein Sitzmöbel zu verkaufen. Kommen Sie zu uns und spüren Sie den Unterschied zwischen einem Berater und einem Verkäufer.

Sengfelder Einrichtungshaus

DS: Gibt es noch ein Produkt, das Sie unbedingt entwerfen möchten

Jürgen Laub: Ehrlich gesagt ist immer das Produkt, an dem wir gerade arbeiten, unser Lieblingsprodukt. Ich bin gelernter Zimmermann und Schreiner und wir hatten nie ein Holzstuhl entworfen. Und jetzt kommt zur NeoCon in Chicago unser erster Massivholzstuhl raus. Dafür hatten wir zahlreiche Versuche benötigt. Unser Anspruch ist immer, dass wenn wir ein Produkt entwerfen, wir das Beste machen.

Dieses Gespräch mit Jehs + Laub zeigt, dass es bei gutem Design auf Beobachtung und menschliches Verhalten ankommt. Nur so entstehen langlebige Möbel, die sich nicht Trends oder Zimmer-Architektur unterordnen, sondern sich an die Menschen anpassen, die mit ihnen leben.

Im zweiten Teil unseres Interviews sprechen Markus Jehs und Jürgen Laub über ihre Zusammenarbeit mit COR, über die Entwicklung von Entwürfen wie Jalis, Cordia Lounge oder Kagu und darüber, warum man Möbel wertschätzen können muss, um Design zu verstehen.

Genau das macht gute Berater aus: das Design zu verstehen, die Ideen der Designer zu übermitteln, Ihnen auch mehr als nur ein Sitzmöbel zu verkaufen. Kommen Sie zu uns und spüren Sie den Unterschied zwischen einem Berater und einem Verkäufer.

Sengfelder Einrichtungshaus